Senat von Berlin entkräftet die Vorwürfe gegen das Al-Mustafa Institut

 

In der letzten Zeit war das Al-Mustafa Institut für Kultur-, Humanwissenschaften und islamische Studien gGmbH seitens bestimmter Medien wie der Bild-Zeitung mit Anschuldigungen konfrontiert, die sich von der Rekrutierung von Kämpfern für den Syrien-Krieg über die Organisation der jährlich in Berlin stattfindenden „Al-Quds Demo“ bis hin zur Förderung von Extremismus und Terrorismus erstreckten. Bis zum heutigen Tag wurde keine einzige dieser Anschuldigungen von denjenigen, die sie erhoben haben, bewiesen noch mit Fakten untermauert. Vielmehr zeigte das Institut mit der Durchführung des dreitägigen Workshops „Islamverständnis zwischen Rationalität und Radikalität“, der im Rahmen des „Präventionsnetzwerkes gegen religiös begründeten Extremismus“ vom Dachverband der schiitischen Gemeinden Deutschlands IGS e.V. organisiert wurde und schließlich Anlass für die Vorwürfe war, dass gerade mit dieser Veranstaltung ein entschiedenes Zeichen gegen jede Art von extremistischer Interpretation des Islams gesetzt werden sollte. Dass es bei dem Workshop vor allem darum ging, Präventionsmaßnahmen gegen extremistische Tendenzen innerhalb der muslimischen Community zu entwickeln, um somit einen wichtigen Beitrag für das friedliche Miteinander in dieser Gesellschaft zu leisten, blieb in der entsprechenden Berichterstattung gänzlich unerwähnt. 


Doch entgegen der Meinung, die vornehmlich die Bild-Zeitung ihren Lesern zu vermitteln versuchte, gab und gibt es in der Medienlandschaft durchaus auch andere Stimmen, die ein weitaus ausgewogeneres und differenzierteres Bild von der Arbeit des Instituts zeichnen (vgl. taz, Tagesspiegel, IslamiQ). Insbesondere anerkannte Wissenschaftler wie Prof. Dr. Hamid Reza Yousefi (vgl. hier) und Dr. Sedigheh Mousavi (vgl. hier) äußern sich durchweg positiv über das Institut und seine Zielsetzungen. So betont Prof. Dr. Hamid Reza Yousefi, der gleichzeitig auch Dozent für das Fach Interkulturelle Philosophie am Al-Mustafa Institut ist: „Meine Zusammenarbeit beruht auf dem Wissen, dass die Aktivitäten des Al-Mustafa Instituts nicht nur unserer Verfassung entsprechen, sondern diese geradezu fördern. Deshalb genießt dieses Institut die Anerkennung der Behörden in unserem Land.“ 


Zu einer ähnlichen Einschätzung kam auch die Senatsverwaltung für Inneres und Sport am 19. Juli 2017 in Berlin, nachdem ein AfD-Abgeordneter zwei Wochen zuvor eine schriftliche Anfrage bezüglich einer „privaten schiitischen Universität in Charlottenburg“, gemeint ist hiermit das Al-Mustafa Institut, gestellt hatte. Auf die Anfrage des Abgeordneten hin, ob Personen, die beim Al-Mustafa Institut tätig sind, den Sicherheitsbehörden als sogenannte Gefährder bekannt seien oder im Zusammenhang stünden mit der sog. „Quds-AG“ bzw. der Organisation des in Berlin stattfindenden „Al-Quds-Marsches“, antwortete die Senatsverwaltung mit einem klaren Nein.[1]  Diese Antwort zeigt, dass das Al-Mustafa Institut weder bei den entsprechenden Sicherheitsbehörden noch beim Senat dafür bekannt ist, in irgendeiner Form Extremismus und Terror zu fördern, und dass es darüber hinaus auch keinen Zusammenhang zwischen dem Institut und der „Quds-AG“ gibt. Doch nicht nur das. Die Stellungnahme der Senatsverwaltung bestätigte darüber hinaus, dass das Al-Mustafa Institut zum einen alle notwendigen Auflagen, die seitens des Berliner Hochschulgesetzes vorgeschrieben werden, erfüllt hat, um hier in Deutschland als offizielle Zweigstelle einer ausländischen Universität staatlich anerkannt zu werden.[2]  Zum anderen ging auch klar daraus hervor, dass der Senatsverwaltung keinerlei Informationen über „verfassungsfeindliche Bestrebungen“ oder das „Verbreiten fundamentalistischer Lehren“ sowohl seitens der Partneruniversität in Qom als auch des Al-Mustafa Instituts in Berlin vorliegen.[3]  Außerdem wurde von der Senatsverwaltung natürlich auch der Vorwurf der Rekrutierung von Kämpfern für irgendwelche kriegerischen Auseinandersetzungen eindeutig entkräftet.[4]


Wie man sieht, sind die Anschuldigungen, die gegen das Al-Mustafa Institut erhoben wurden, völlig haltlos und stellen nichts als diffamierende Behauptungen dar, die jeglicher Grundlage und vernünftigen Argumentation entbehren. Wer hierüber noch Zweifel hegt, dem seien besonders die kürzlich von der IGS e.V. veröffentlichten „Handlungsempfehlungen“ ans Herz gelegt, welche die Arbeitsergebnisse des im Juli 2017 stattgefundenen Workshops zusammenfassen und vielseitige Richtlinien „zum präventiven Umgang mit religiös begründetem Extremismus“ geben (Download hier). 


Abschließend sei noch einmal betont, dass die Absicht, die das Al-Mustafa Institut mit seiner Arbeit hier in Deutschland verfolgt, zum einen hauptsächlich darin liegt, ein Forum für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem islamisch-schiitischen Glauben anzubieten, und zum anderen, eine vernunftbetonte Lesart des Islams zu fördern – eine Lesart, die sowohl zum Dialog als auch zum friedlichen und konstruktiven Miteinander aufruft. In diesem Sinn laden wir alle, die sich hiervon persönlich überzeugen möchten, herzlich zu einem Gespräch in unser Institut ein und empfehlen auch die Teilnahme an unseren Kursen sowie den Besuch unserer Webseite. 

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[1] Vgl. Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 18/11 731, S. 1. Antwort zu Anfrage 1b) und c). Die gesamte schriftliche Anfrage mit der Nr. 18/11 731 vom 04. Juli 2017 finden Sie als PDF-Datei hier.
[2] Vgl. Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 18/11 731, S. 2. Antwort zu Anfrage 2d).
[3] Vgl. Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 18/11 731, S. 2. Antwort zu Anfrage 2a).
[4] Vgl. Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 18/11 731, S. 2. Antwort zu Anfrage 3c).