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The Turn - Zeitschrift für islamische Philosophie,Theologie und Mystik

 

Heute haben wir es in den Geisteswissenschaften mit einer Fülle von cultural turns zu tun, weshalb die These berechtigt erscheint, dieses akademische “Turnen” selbst als Paragadigma zu betrachten. Sollen islamische Theologie, Philosophie und Mystik daher nicht nur ein Gegenstand der westlichen Wissenschaften sein, sondern gleichberechtigt an ihren Diskursen teilnehmen, so kommen wir nicht umhin, in unserem um den Islam kreisenden Denken heuristisch einen coranic turn zu erproben und islamische Weltanschauung zur Methode auszubauen.

The Turn schafft dafür einen Rahmen. Muslimische Autoren und Islamwissenschaftler betrachten islamische Texte hier nicht als das Eigene oder Andere, sondern versuchen gemeinsam herauszuarbeiten, was in verschiedenen Epochen jeweils als etwas Neues betrachtet wird, worum sich die Diskussion dreht und wie man auch heute noch in diese Auseinandersetzungen "einsteigen" kann. Die Zeitschrift erscheint vierteljährig. Herausgegeben wird sie vom Al-Mustafa ﷺ Institut Berlin. Sie sieht sich dennoch nicht als Repräsentant einer bestimmten theologischen Schule, sondern als offenes Forum für islamische wie auch islamkritische Diskussionen.

 

Die Themen der drei kommenden Ausgaben sind:

  1. Daseinsgrenzen (Zero Ausgabe)
  2. Sinn & Unsinn
  3. Sprache und Zeichen

 

Die Ausgabe Zero zum Thema „Daseinsgrenzen“ wird verdeutlichen, wie wir uns die Diskussion um einen coranic turn vorstellen:

  • Stefan Weidner (Köln) zeigt wie ein islamischer Begriff von Fremdheit gegen moderne Fremdenfeindlichkeit gestellt werden kann.
  • Regula Forster (Zürich) interessiert sich für eine absolute Andersheit und fragt, inwieweit muslimische Autoren diese als erfahrbar konzipieren, sodass der Mensch die eigene Begrenzheit ihnen zufolge übersteigen kann.
  • Osman Hajjar (Berlin) versucht, solch eine Entgrenzung des Daseins in der Josephsure als Antizipation des sufischen Konzepts vom Vollkommenen Menschen nachzuweisen.
  • Michael Nestler (Berlin) stellt am Beispiel von Ibn ʿArabīs „Noah-Kommentar“ heraus, inwiefern dieses kosmische Menschenbild als Grenzfigur konzipiert wird.
  • Khouloud Khalfallah (Berlin) beschäftigt sich mit lebensweltlichen Grenzen des Menschen in Hinblick auf das alt-arabische Ideal einer grenzenlosen und daher selbst-ruinierenden Großzügigkeit.
  • Mahdi Esfahani (Berlin) diskutiert in seinem Beitrag das Verhältnis zwischen Daseinsgrenzen und Selbsterkenntnis.